Kann ein Rollator mit ins Flugzeug?

Kann ein Rollator mit ins Flugzeug?

Caspar von Hirschhausen

Endlich wieder verreisen. Eine Flugreise mit Rollator klingt für viele Menschen nach einem großen organisatorischen Aufwand, dabei ist es in der Praxis oft einfacher als gedacht. Ob kurzer Städtetrip oder große Fernreise: Mit dem richtigen Wissen und ein bisschen Vorbereitung können Rollatornutzerinnen und -nutzer genauso entspannt in den Urlaub fliegen wie alle anderen Passagiere auch.

Dieser Artikel beantwortet alle wichtigen Fragen rund ums Fliegen mit Rollator: Was sind eure Rechte? Kommt der Rollator ins Handgepäck oder wird er aufgegeben? Und welches Modell eignet sich am besten für Flugreisen?

Kurzfassung: Ja, ein Rollator darf mit ins Flugzeug. Als Mobilitätshilfe fällt er nicht unter das normale Freigepäck. Wer die Airline mindestens 48 Stunden vorher anmeldet, kann den Rollator meist bis zur Flugzeugtür nutzen. Er wird dort als Sondergepäck separat verstaut und nach der Landung direkt zurückgegeben.

Die kurze Antwort: Ja, aber mit Vorbereitung

Ein Rollator darf selbstverständlich auf Flugreisen mitgenommen werden. Rollatoren gelten als Mobilitätshilfen und werden von Fluggesellschaften rechtlich anders behandelt als normales Gepäck. Das bedeutet konkret: Sie zahlen dafür in der Regel keinen Aufpreis.

Die meisten deutschen und europäischen Airlines transportieren Rollatoren kostenlos. Auch auf vielen internationalen Flügen gilt dies, wenngleich die genauen Regeln je nach Airline variieren können. Eine kurze Nachfrage oder ein Blick auf die Webseite der jeweiligen Fluggesellschaft vor der Buchung ist immer empfehlenswert.

Unser Tipp: Buchen Sie Ihren Flug frühzeitig und vermerken Sie direkt bei der Buchung, dass Sie eine Mobilitätshilfe mitführen. Das erleichtert die Planung am Flughafen erheblich und sorgt dafür, dass das Personal gut vorbereitet ist.

Ihre Rechte als Flugreisende mit Rollator

Das Thema ist nicht nur eine Frage des guten Willens der Airline, es ist auch eine Frage des Rechts. Die EU-Verordnung Nr. 1107/2006 regelt die Rechte von Flugreisenden mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität. Sie gilt für alle Flüge ab einem EU-Flughafen sowie für Flüge in die EU, wenn die Fluggesellschaft ihren Sitz in der EU hat.

Was bedeutet das konkret für Rollatornutzerinnen und -nutzer?

  • Bis zu zwei Mobilitätshilfen pro Person werden kostenlos befördert, unabhängig vom gebuchten Freigepäck.
  • Keine Airline darf Sie aufgrund Ihrer eingeschränkten Mobilität benachteiligen oder von der Beförderung ausschließen.
  • Am Flughafen steht Ihnen auf Wunsch kostenlose Assistenz zur Verfügung. vom Check-in bis zum Sitzplatz im Flugzeug.
  • Ihr Rollator muss Ihnen spätestens am Gepäckband zurückgegeben werden, am besten sogar direkt an der Gangway nach der Landung.

Diese Rechte gelten unabhängig davon, ob ein Schwerbehindertenausweis vorliegt. Entscheidend ist die tatsächliche Einschränkung der Mobilität und die ist beim Rollatornutzen bereits durch das Hilfsmittel selbst belegt.

Wie wird der Rollator transportiert?

Ein Rollator darf nicht als Handgepäck in die Flugzeugkabine mitgenommen werden. Er wird immer separat als Sondergepäck im Frachtraum des Flugzeugs verstaut, getrennt von der reisenden Person. Es gibt dabei zwei Wege, wie und wo die Übergabe stattfindet:

Gate-Check: Rollator bis zur Flugzeugtür nutzen

Die komfortabelste Lösung für die meisten Reisenden ist der sogenannte Gate-Check. Wer den Rollator mindestens 48 Stunden vorher bei der Airline anmeldet, kann ihn bis direkt vor die Flugzeugtür benutzen. Dort wird er vom Bodenpersonal übernommen, separat im Frachtraum verstaut und nach der Landung als eines der ersten Gepäckstücke zurückgegeben, in der Regel direkt an der Gangway, noch bevor das reguläre Gepäck aus dem Band kommt.

Aufgabe am Check-in-Schalter

Alternativ lässt sich der Rollator bereits beim Check-in abgeben. Das bietet sich an, wenn am Zielflughafen ein Leihrollator oder Rollstuhl zur Verfügung steht, oder wenn für den Weg durch den Terminal ohnehin Assistenz angefordert wird. In diesem Fall kann auf Anfrage ein Rollstuhl bereitgestellt werden der Sie bis zum Gate begleitet.

Option Vorteil Geeignet für
Gate-Check (Gangway) Rollator bis zur Flugzeugtür nutzbar, schnelle Rückgabe direkt nach Landung Alle Rollatortypen – empfohlene Lösung für die meisten Reisenden
Aufgabe am Check-in Kein Tragen durch den Terminal nötig Wenn Flughafen-Assistenz genutzt wird oder ein Leihrollator am Zielort wartet

Unser Tipp: Der Gate-Check ist für die meisten Rollatornutzerinnen und -nutzer die angenehmste Lösung. Sie bleiben bis zuletzt mobil, müssen nirgendwo warten und haben den Rollator nach der Landung sofort wieder zur Hand.

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Anmeldung bei der Airline: So geht es richtig

Wer mit Rollator fliegen möchte, sollte die Airline rechtzeitig informieren. Die Faustregel lautet: mindestens 48 Stunden vor dem Abflug. Bei manchen Fluggesellschaften reicht eine kurze Angabe während der Online-Buchung, bei anderen ist ein separater Anruf beim Kundendienst sinnvoll.

Folgende Informationen sind bei der Anmeldung in der Regel hilfreich:

  • Art der Mobilitätshilfe (Rollator, faltbar oder nicht)
  • Gewicht und Maße des Rollators im zusammengeklappten Zustand
  • Ob Assistenz am Flughafen gewünscht wird (Rollstuhl zum Gate, Begleitung beim Einsteigen)
  • Ob der Rollator mit Akku betrieben wirdm bei rein mechanischen Modellen entfällt dieser Punkt

Wer am Flughafen keine lange Erklärung möchte, kann sich außerdem schon vorab beim zuständigen Assistenzservice des Flughafens anmelden, viele Airports bieten diesen Service direkt auf ihrer Website an.

Welcher Rollator eignet sich fürs Fliegen?

Nicht jeder Rollator ist gleich reisefreundlich. Wer häufiger fliegt oder generell viel unterwegs ist, profitiert von einem Modell, das speziell auf Mobilität ausgelegt ist. Folgende Eigenschaften machen einen Rollator zur guten Reisebegleitung:

Geringes Gewicht

Beim Einstieg ins Flugzeug, beim Verstauen in der Kabine oder beim Tragen über Treppen zahlt sich ein leichtes Modell sofort aus. Rollatoren aus Carbon oder hochwertigem Aluminium liegen oft unter 7 kg, manche sogar unter 6 kg. Das ist ein deutlicher Unterschied zu Standardmodellen, die gerne 9 bis 11 kg auf die Waage bringen.

Faltbarkeit

Ein Rollator, der sich kompakt zusammenfalten lässt, ist im Flugzeug, im Kofferraum des Mietwagens und im engen Hotelzimmer unschlagbar praktisch. Besonders komfortabel sind Modelle, die sich mit einer Hand in wenigen Sekunden falten lassen, ohne Werkzeug, ohne Kraft.

Robustheit und Geländetauglichkeit

Am Urlaubsort wartet oft ein anderes Terrain: Kopfsteinpflaster in der Altstadt, Kieswege an der Promenade, unebene Pflasterung vor dem Restaurant. Räder mit mindestens 20 cm Durchmesser und etwas Profil meistern solche Untergründe deutlich entspannter als kleine Innenrollen.

Kompakte Maße

Je kleiner der zusammengeklappte Rollator, desto einfacher ist die Übergabe am Gate und desto weniger Platz beansprucht er im Frachtraum. Kompakte Packmaße erleichtern außerdem den Transport im Mietwagen, in Zügen und in engen Hotelzimmern am Urlaubsort.

Unser Tipp: Wenn Sie häufig reisen, lohnt sich die Investition in einen hochwertigen Leichtgewichtrollator. Der höhere Anschaffungspreis relativiert sich schnell, wenn man bedenkt, wie viel entspannter Koffer schleppen, Rolltreppenwechsel und das Durchqueren von Terminals damit werden.

Zwei empfehlenswerte Modelle für Flugreisen


Saljol Allround Rollator

Saljol Allround Rollator

Der Saljol Allround ist ein echter Reisebegleiter: Mit nur 6,4 kg Gewicht und 25-cm-Outdoor-Rädern mit Profil meistert er Kopfsteinpflaster, Kieswege und unebene Urlaubsuntergründe mühelos. Mit einer Hand längs faltbar auf 81 × 31 × 26 cm – platzsparend im Kofferraum, unkompliziert beim Gate-Check.

Gewicht 6,4 kg
Packmaß (gefaltet) 81 × 31 × 26 cm
Räder 25 cm, Outdoor-Profil
Ausstattung Rückengurt, Netztasche, Stockhalter, Klingel, LED-Licht
Zum Saljol Allround →

WheelzAhead Track Rollator

Der WheelzAhead Track überzeugt mit einer besonderen Eigenschaft: Er lässt sich doppelt falten und erreicht so ein besonders kompaktes Packmaß von nur 39 × 25 × 81 cm. Mit einem Gewicht ab 7,4 kg und einer maximalen Belastung von 135 kg ist er eine zuverlässige Wahl für aktive Reisende, inklusive umfangreicher Vollausstattung.

Gewicht 7,4 kg
Packmaß (gefaltet) 39 × 25 × 81 cm
Faltmechanismus Doppelt faltbar
Ausstattung Schultertasche, Netztasche, Rückengurt, Stockhalter, 10 Reflektoren
Zum WheelzAhead Track →

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Praktische Tipps für die Reise mit Rollator

Frühzeitig am Flughafen erscheinen. Mit Rollator und auf Wunsch mit Assistenz benötigt man am Check-in und beim Boarding etwas mehr Zeit. Ein Puffer von 30 bis 45 Minuten gegenüber der üblichen Ankunftszeit ist eine gute Faustregel.

Assistenz schon beim Buchen anmelden. Die meisten Airlines bieten kostenlose Unterstützung am Flughafen an, vom Check-in bis zum Sitzplatz. Wer das im Voraus bucht, muss am Flughafentag nicht improvisieren.

Den Rollator kennzeichnen. Kleben Sie Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten gut sichtbar am Rollator an. Bei einer Übergabe am Gate oder am Check-in sorgt das dafür, dass er auch garantiert wieder zu Ihnen zurückfindet.

Auf empfindliche Teile hinweisen. Geben Sie dem Personal beim Abgeben kurz Bescheid, wenn der Rollator besondere Teile hat, die empfindlich sind, etwa ein gefederter Sitz oder ein hochwertiger Carbon-Rahmen. Eine freundliche Hinweis im Übergabegespräch wirkt Wunder.

Am Zielort Barrieren im Blick haben. Prüfen Sie vorab, ob Ihr Hotel, Ihre Unterkunft und die geplanten Ausflugsziele rollatorfreundlich zugänglich sind. Viele Reiseplattformen bieten inzwischen Filter für barrierefreie Unterkünfte an.

Schäden nach der Landung sofort melden. Falls der Rollator beim Transport beschädigt wurde, melden Sie das noch am Flughafen beim Schalter der Airline. Schäden sollten gemeldet werden, die Fluggesellschaft ist nach EU-Recht grundsätzlich haftbar.

Fazit

Fliegen mit Rollator ist keine Ausnahme, sondern ein gut geregeltes Normalverfahren. Das europäische Recht schützt Rollatornutzerinnen und -nutzer ausdrücklich, die Airlines sind verpflichtet zu helfen, und wer sich ein bisschen vorbereitet, hat am Reisetag kaum extra Aufwand. Generell empfiehlt es sich mit der Airline im voraus zu sprechen, um sich sicher zu sein, dass am Reisetag alles gut läuft.

Wer häufiger fliegt oder längere Reisen plant, für den lohnt sich die Anschaffung eines leichten, faltbaren Modells – nicht nur fürs Flugzeug, sondern für alle Situationen, in denen Mobilität und Komfort gefragt sind.

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Hinweis: Die in diesem Artikel genannten Regelungen beziehen sich auf EU-Flüge gemäß Verordnung (EG) Nr. 1107/2006. Auf Nicht-EU-Flügen können abweichende Regeln gelten. Informieren Sie sich bitte immer direkt bei Ihrer Fluggesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Mitnahme eines Rollators im Flugzeug kostenlos?

Ja, in der Regel kostenlos. Rollatoren gelten als Mobilitätshilfen und werden nach EU-Recht (Verordnung Nr. 1107/2006) nicht auf das normale Freigepäckkontingent angerechnet. Die meisten europäischen Airlines befördern bis zu zwei Mobilitätshilfen pro Person ohne Aufpreis. Für Flüge außerhalb der EU sollten Sie die Bedingungen Ihrer Airline vorab prüfen.

Muss ich den Rollator vorab bei der Airline anmelden?

Ja, eine Anmeldung mindestens 48 Stunden vor dem Flug ist empfehlenswert und bei manchen Airlines verpflichtend. Das geht meist über das Buchungsportal oder einen Anruf beim Kundendienst. Wer Assistenz am Flughafen wünscht, sollte das ebenfalls frühzeitig anfordern.

Kann ich meinen Rollator bis zur Flugzeugtür benutzen?

Ja, das ist bei den meisten Flügen möglich und wird als Gate-Check bezeichnet. Sie geben den Rollator direkt an der Gangway ab und erhalten ihn in der Regel nach der Landung als erstes zurück, noch vor dem regulären Gepäck. Teilen Sie diesen Wunsch beim Check-in oder spätestens am Gate mit.

Darf ein Rollator als Handgepäck mit in die Kabine?

Nein, ein Rollator darf nicht als Handgepäck in die Flugzeugkabine mitgenommen werden. Er wird immer separat als Sondergepäck im Frachtraum des Flugzeugs verstaut. Wer den Rollator mindestens 48 Stunden vorher bei der Airline anmeldet, kann ihn bis zur Flugzeugtür benutzen (Gate-Check) und erhält ihn nach der Landung direkt an der Gangway zurück.

Was passiert, wenn der Rollator beim Flug beschädigt wird?

Schäden an Mobilitätshilfen, die während des Transports entstehen, müssen von der Fluggesellschaft reguliert werden. Melden Sie jeden Schaden sofort nach der Landung am Schalter der Airline, noch bevor Sie den Flughafen verlassen. Machen Sie wenn möglich Fotos als Dokumentation.

Welcher Rollator eignet sich am besten für Flugreisen?

Leichte, faltbare Modelle aus Aluminium oder Carbon sind am reisefreundlichsten. Wichtig sind ein geringes Gewicht (unter 7 kg), kompakte Maße im gefalteten Zustand und eine unkomplizierte Handhabung. Wenn Sie häufig reisen, lohnt sich die Investition in ein hochwertiges Leichtgewichtmodell, das auch auf unebenem Untergrund zuverlässig funktioniert.

Bekomme ich am Flughafen Hilfe beim Ein- und Aussteigen?

Ja. Nach EU-Recht haben Flugreisende mit eingeschränkter Mobilität Anspruch auf kostenlose Assistenz am Flughafen – vom Check-in über das Boarding bis zum Gepäckband. Melden Sie diesen Bedarf möglichst frühzeitig bei der Airline oder direkt beim Flughafen-Assistenzservice an.

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