Mit dem Rollator sicher im Straßenverkehr: Ratgeber & Alltagstipps
Caspar von HirschhausenEin Rollator unterstützt dabei, mobil und selbstständig zu bleiben. Gleichzeitig bringt die Nutzung im Alltag besondere Anforderungen mit sich, vor allem im Straßenverkehr. Unterschiedliche Verkehrsteilnehmer, unübersichtliche Situationen, wechselnde Untergründe und Zeitdruck können schnell zur Herausforderung werden.
Mit etwas Vorbereitung, einem bewussten Umgang mit der eigenen Gehfähigkeit und der richtigen Nutzung des Rollators lassen sich viele dieser Situationen jedoch sicher bewältigen. Ziel ist nicht Schnelligkeit, sondern Kontrolle, Übersicht und Stabilität.
Als Rollator Experten schauen wir uns das Thema nüchtern, praxisnah und fachlich fundiert an.
TL;DR – Das Wichtigste in Kürze
Wer mit dem Rollator unterwegs ist, bewegt sich täglich im Straßenverkehr, auf Gehwegen, an Kreuzungen sowie in Bus und Bahn. Gute Vorbereitung, ein technisch einwandfreier Rollator und umsichtiges Verhalten helfen dabei, Risiken zu minimieren und sicher mobil zu bleiben. Dieser Ratgeber bietet praxisnahe Tipps für den Alltag, erklärt typische Gefahrenstellen und gibt Hinweise zur sicheren Nutzung des Rollators im öffentlichen Raum.
Inhalt dieses Beitrags:
Unterwegs auf Gehwegen und an Straßen
Im Straßenverkehr ist Umsicht besonders wichtig. Gehwege sind nicht immer frei: Parkende Autos, Mülltonnen, Baustellen oder enge Passagen können den Weg erschweren. Es empfiehlt sich, bekannte und möglichst barrierearme Strecken zu wählen und alternative Routen im Blick zu behalten.
Beim Überqueren der Fahrbahn sollten sichere Querungsstellen genutzt werden:
- Ampeln
- Zebrastreifen
- Verkehrsinseln
- abgesenkte Bordsteine
Zwischen parkenden Fahrzeugen hindurchzugehen ist ungünstig, da die Sicht eingeschränkt ist und andere Verkehrsteilnehmer Rollatornutzer spät wahrnehmen.
Kreuzungen und Einfahrten
An Kreuzungen und Grundstückseinfahrten treffen unterschiedliche Verkehrsströme aufeinander. Hier ist es sinnvoll, kurz innezuhalten, den Verkehr zu beobachten und Blickkontakt mit Fahrzeugführern aufzunehmen. Für das Überqueren sollte ausreichend Zeit eingeplant werden ohne Hast, aber zügig im eigenen sicheren Tempo.
Stolperfallen im Alltag erkennen
Gehwege sind selten völlig eben. Bordsteine, Unebenheiten, Pflastersteine oder Schlaglöcher gehören für viele Menschen zum Alltag.
Bordsteine sicher überwinden
Beim Hinauffahren auf einen Bordstein empfiehlt es sich:
- dicht mit dem Rollator an den Bordstein heranzufahren
- die Bremsen zu betätigen
- die Ankipphilfe oder ein Hinterrad zu nutzen, um die Vorderräder kontrolliert anzuheben
Beim Herunterfahren gilt: zuerst den Rollator hinunterlassen, stabil positionieren und erst dann selbst folgen.
Achtsamkeit auch im vertrauten Umfeld
Gerade auf bekannten Wegen wird Aufmerksamkeit oft unbewusst reduziert. Dabei entstehen viele Stolperunfälle im eigenen Wohnumfeld. Bewusstes Gehen, vorausschauendes Planen und realistische Selbsteinschätzung sind wichtige Sicherheitsfaktoren.
Mit Bus und Bahn unterwegs
Der öffentliche Nahverkehr ermöglicht vielen Rollatornutzern zusätzliche Mobilität – erfordert aber besondere Aufmerksamkeit.
Ein- und Ausstieg
- Halten Sie Abstand zur Bahnsteigkante oder zum Bordstein
- Nutzen Sie nach Möglichkeit die mittlere Tür im Bus
- Betätigen Sie vor dem Hinsetzen immer die Feststellbremse
- Setzen Sie sich während der Fahrt nicht auf den Rollator
Beim Aussteigen:
- erst sitzen bleiben, bis das Fahrzeug vollständig hält
- rückwärts aussteigen
- den Rollator nachziehen, sobald beide Füße sicher auf dem Boden stehen
Kommunikation hilft
Wenn Unterstützung nötig ist, dürfen andere Fahrgäste oder das Fahrpersonal angesprochen werden. Hilfe anzunehmen ist Teil sicherer Mobilität.
Technischer Zustand des Rollators: Sicherheit beginnt am Gerät
Ein Rollator ist ein technisches Hilfsmittel und sollte regelmäßig überprüft werden. Auch kleine Mängel können im Alltag zu Unsicherheiten führen.
Wichtige Prüfpunkte:
- Funktionierende Bremsen
- Feste Griffhalterungen
- Unbeschädigte Reifen
- Stabile Schraubverbindungen
Auch Taschen und Körbe sollten nicht überladen werden, da zusätzliches Gewicht das Lenkverhalten beeinträchtigen kann.
Sichtbarkeit und Zubehör im Straßenverkehr
Gerade bei Dämmerung, Regen oder im Herbst und Winter ist gute Sichtbarkeit entscheidend. Viele Rollatoren lassen sich mit Zubehör sinnvoll ergänzen.
Hilfreiches Zubehör kann sein:
- Reflektoren oder Speichenreflektoren
- Beleuchtung vorne und hinten
- Fahne oder reflektierende Elemente
Diese Ergänzungen erhöhen die Wahrnehmung durch andere Verkehrsteilnehmer und tragen zur Sicherheit bei.
Pausen machen und eigene Grenzen respektieren
Mobilität bedeutet nicht, jede Strecke ohne Unterbrechung bewältigen zu müssen. Der Rollator bietet die Möglichkeit, jederzeit eine Pause einzulegen.
Beim Hinsetzen gilt:
- Feststellbremsen immer anziehen
- Sitzfläche vollständig ausklappen
- gerade und stabil sitzen
Ebenso wichtig ist die ehrliche Einschätzung der eigenen Belastbarkeit. Nicht jede Strecke ist an jedem Tag gleich gut zu bewältigen. Vorsicht und Selbstfürsorge stehen immer vor Ehrgeiz.
Fazit: Sicher mobil mit dem Rollator im Alltag
Sicheres Unterwegssein mit dem Rollator im Straßenverkehr basiert auf mehreren Faktoren: einem technisch einwandfreien Hilfsmittel, umsichtigem Verhalten, realistischem Einschätzen der eigenen Möglichkeiten und einer bewussten Routenwahl. Wer diese Punkte berücksichtigt, kann viele Alltagssituationen souverän meistern und seine Mobilität langfristig erhalten.
Der Rollator ist dabei mehr als eine Gehhilfe – er ist eine mobile Unterstützung, die Sicherheit gibt, Pausen ermöglicht und den Alltag erleichtert. Mit der richtigen Nutzung bleibt Bewegung auch außerhalb der eigenen vier Wände möglich.
Wenn Sie nach diesem Überblick überlegen, welche Lösung für Sie passt, probieren Sie gerne unser Rollator-Quiz. Wir, die Rollator Experten, unterstützen Sie natürlich auch gerne persönlich bei der Auswahl des passenden Rollators.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)


